Primary School

Unsere Primary School besteht aus zwei Gruppen für je 24 Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren.

Philosophie

Der Lehrplan der Primary School beinhaltet eine Reihe von aufeinander aufbauenden Aktivitäten, die die Aufmerksamkeit des Kindes auf sich ziehen sollen. Wenn sich Kinder mit den sehr konkreten Montessori Materialien beschäftigen, lernen sie abstrakte Konzepte besser zu verstehen. Dr. Montessori entwickelte spezifische Materialien, um die Entwicklungsbedürfnisse des Kindes und die sensiblen Phasen für Sprache, Ordnung, Mathematik, sensorische Entwicklung und Bewegungskoordination zu unterstützen.



Mit Hilfe der Geschmacksgläser können die Kinder den Unterschied zwischen süß, sauer und bitter erforschen Das Mädchen lernt das Schleifebinden


Die Kinder können die Materialien frei erkunden, und wenn das Interesse wächst, werden dem Kind aufeinander aufbauende, vorbereitete Einführungen in weitere Materialien angeboten, entweder individuell oder in Gruppen. Mit einem „absorbierenden Geist“ ausgestattet, der wirklich alles um sich herum aufnimmt, lernt das Kind durch Erfahrungen. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn es scheint, als ob Ihr Kind nicht soviel aufnimmt wie ein anderes. Ähnlich wie ein Fotoapparat, der Bilder aufnimmt, die im Dunklen entwickelt werden müssen, bevor sich ein wunderschönes Foto zeigt, nehmen Kinder in diesem Alter ihre Umwelt auf und geben das, was sie gelernt haben erst Preis, wenn der richtige Zeitpunkt kommt.


Fünf Hauptgebiete der vorbereiteten Umgebung in der Primary School

Übungen des täglichen Lebens
In diesem Bereich gibt es viele Aktivitäten, die dazu dienen, die Feinmotorik und die Auge-Hand Koordination zu entwickeln und gleichzeitig die Eigenständigkeit zu fördern. Sortieren, polieren, Fenster putzen, bügeln, Blumen arrangieren, Gießen, Tische säubern und wischen sind nur einige dieser für Kinder sehr spannenden Aufgaben.



Was braucht man eigentlich
alles zum Schuhe putzen?
Richtig bügeln mit einem kleinen
Reise-Bügeleisen


Sensorisches Material
Diese manipulativen Materialien helfen dem Kind, auf abstrakte Eigenschaften in seiner Umwelt aufmerksam zu werden (z. B. Farben, Texturen und Größe) und verfeinern die Sinne. Jede Aktivität isoliert eine bestimmte Eigenschaft, so dass das Kind seine Aufmerksamkeit allein darauf lenken kann. Wenn ein Kind gewisse sensorische Erfahrung mit einem Material gemacht hat, wird es mit dem Vokabular, das mit der Eigenschaft assoziiert ist, vertraut gemacht, so dass es über seine gemachten Eindrücke mit uns kommunizieren kann.



Der Glockensatz dient der Entwicklung
des musikalischen Gehörs und
des Gedächtnisses
Einsatzzylinder fördern die
Unterscheidung verschiedener
Größen und Dimensionen


Sprache / Ausdruck
Der Sprachbereich beginnt mit gesprochenen Sprachaktivitäten, die den Wortschatz aufbauen und die “phonologische Bewusstheit“ (das Bewusstsein, dass Wörter aus einzelnen Lauten zusammengesetzt sind) schulen. Der Fokus wird auf die Phonetik (Lehre der Laute) und auf Fähigkeiten gesetzt, die Voraussetzung zum Lesenlernen sind. Diese führen zu fortgeschritteneren Arbeiten, zu denen strukturelle Analysen und Mechanismen des Schreibens zählen. Es wird Wert darauf gelegt, Schreiben als eine Form des persönlichen Ausdrucks und Lesen als Vergnügen zu sehen, sowie auf ein fundiertes Verständnis zu achten. Durch solche aufeinander aufbauenden Materialien, entdecken Kinder das Schreiben und Lesen auf eine ganz natürliche Weise. Kindern wird die Möglichkeit geboten, sich musikalisch und künstlerisch auszudrücken. Dies kann durch musikalische Kompositionen oder eine Reihe von künstlerischen Ausdrucksweisen (Malen, Tanzen, Kollagen, Sticken etc.) geschehen.



Formen von Buchstaben
mit dem Tastsinn erfahren
Wie heißen eigentlich die
einzelnen Teile einer Wurzel?


Mathematik
Mathematik ist ein abstraktes Konzept und Dr. Montessori sah, dass Kinder solche Konzepte besser mit Hilfe von konkreten Materialien verstehen. Das Kind wird zuerst mit dem Konzept von Mengen und dann mit den Symbolen der Zahlen eins bis zehn durch entsprechendes Material vertraut gemacht. Darauf folgt die Verbindung von Zahlen und Mengen, das bedeutet, das Kind lernt verstehen, dass zu einer bestimmten Menge immer ein Symbol gehört. Nachdem das Kind dieses System verstanden hat, wird es in das Dezimalsystem eingeführt. Durch verschiedene Materialien werden den Kindern unsere vier Rechenarten vertraut und geben ihnen die Möglichkeit abstrakt zu denken und sich Fakten einzuprägen (z.B. Einmaleins).



Ein Kind rechnet mit dem
Additionsrahmen
Zählen mit dem Perlenmaterial


Naturwissenschaft / Geographie / Kultur
Pflanzenkunde, Tierkunde, Geographie und Kultur werden durch Puzzle, Bücher, Fotografien und Geschichten präsentiert. Kinder werden mit den Namen und der Pflege von Tieren und Pflanzen in vertraut gemacht, während sie über den Lebenszyklus lernen. Globen und Landkartenpuzzle helfen den Kindern ein Verständnis für die Welt und ihre Landteile zu bekommen. Sie lernen die Namen der unterschiedlichen Erd- und Wasserformationen. Die Kultur wird durch Geschichten, Fotografien und Feierlichkeiten verdeutlicht, die die Art wie Menschen ihre Bedürfnisse auf gleiche oder andere Weise auf der ganzen Welt erfüllen, zeigen.



Ein Material aus dem Bereich
Naturkunde
Meine eigene Weltkarte –
Kinder entdecken die Kontinente


Täglicher Ablaufplan

Zeit Aktivität Beschreibung
7.00-9.00 Bringzeit Frühstück, Aufbau der vorbereiteten Umgebung, Arbeit mit den Montessori Materialien
9.00-12.00 Montessori - Zyklus Arbeit mit den Montessori Materialien, Sitzkreis, Malen, Basteln und Singen, Gartenarbeit
12.00-12.45 Mittagessen Kinder essen gemeinsam in ihren Gruppen, gefolgt von Zähneputzen
12.45-14.15 Garten Bewegungs- und Gemeinschaftsspiele, freies Spiel
13.30-14.20 oder länger Mittagsschlaf Die Kinder, die noch einen Mittagsschlaf brauchen, legen sich in ihr Bettchen im Schlafraum. Ganztageskinder müssen nicht geweckt werden.
14.30 Ende 35 Std.-Betreuung Abholung der Halbtagskinder
14.30-16.30 Montessori Zyklus Zweiter Montessori Zyklus (ähnliche Aktivitäten wie am morgen)
16.30 Ende der Ganztages-betreuung Abholung der Ganztageskinder

Tagesablauf in der roten/ blauen Gruppe

Die ersten Kinder kommen bereits um 7.00 Uhr. Die Kinder, die bis 8.30 Uhr ins Kinderhaus gebracht werden, können in Ruhe ihr mitgebrachtes Frühstück zu sich nehmen. Sie helfen bei der Vorbereitung ihres Gruppenraums und können auch schon mit der ein oder anderen „Arbeit“ beginnen.

Bis 9.00 Uhr sind dann alle Kinder da und der Tag im Kinderhaus kann so richtig beginnen. Von 9.00 bis 12.00 Uhr findet der Montessori Zyklus statt. Die Kinder beschäftigen sich entweder allein oder in Gruppen in den unterschiedlichen Bereichen der vorbereiteten Umgebung. Sie entscheiden selbst mit was, mit wem, wo und wie lange sie sich mit einem bestimmten Material beschäftigen wollen. Merkt die Erzieherin, dass ein Kind Schwierigkeiten hat, sich zu entscheiden, so bietet sie Unterstützung an, in dem sie dem Kind z.B. ein neues Material zeigt, das auf das bereits gelernte aufbaut und dadurch das Interesse des Kindes weckt. Während des Montessori Zyklus herrscht ein reges, konzentriertes Treiben. Besuchern fällt meist als erstes die ruhige Atmosphäre auf, in der die Kinder selbstständig ihrer Arbeit nachgehen, sich mit ihren Freunden austauschen oder eine der Erzieherin nach einer neuen Material-Darbietung fragen. Wenn das Wetter es zulässt steht den Kindern während dieser Zeit auch der Garten als „Arbeitsort“ zur Verfügung.
Im Laufe des Vormittages wird auch ein Sitzkreis angeboten, in dem bestimmte Themen mit den Kindern besprochen werden, Lieder sowohl in Englisch als auch in Deutsch gesungen und Spiele gespielt werden.

Gegen 12.00 Uhr beginnen die Kinder mit den Vorbereitungen für das Mittagessen. Die Kinder verteilen sich auf zwei große Tische und jedes Kind deckt seinen eigenen Platz. Wenn alle Kinder ihren Platz eingenommen haben, klingeln wir die Glocke und sagen gemeinsam unseren Dankesspruch. Danach nimmt sich jeder aus kleinen Schüsseln und reicht sie an seinen Nachbar weiter. Dieser Ablauf ist sehr harmonisch und familiär und die Kinder können ganz gezielt in ihrer Selbstständigkeit unterstützt werden. Wenn Kinder Hilfe benötigen, ist immer ein Erzieher da, der ihnen helfen kann, so dass sie selbst zu ihrem eigenen Erfolg kommen. Die Kinder räumen nach dem Essen ihre Teller selbstständig ab und spülen sie in ihrer eigenen Spüle „vor“, bevor sie in die Spülmaschine kommen. Danach geht es gemeinsam in den Waschraum zum Zähneputzen.

Nach dem Zähneputzen geht es bei jedem Wetter hinaus in den schönen Garten. Je nach Wetterlage ziehen sich die Kinder die Matschsachen an. Das schöne Außengelände bietet den Kindern viele Beschäftigungsmöglichkeiten: ein großer Sandkasten, ein Fußballtor, ein Basketballkorb, Kletterseile und -bäume, sowie viel Platz zum Rennen, Fangen und Verstecken spielen.

Die jüngeren Kinder, die noch einen Mittagsschlaf benötigen, legen sich um 13.30 Uhr in ihr eigenes Bettchen im gemeinsamen Schlafraum. Wird ein Kind um 14.30 Uhr abgeholt, so wird es gegen 14.15 Uhr geweckt, die Kinder, die lang bleiben können schlafen bis sie von selbst aufwachen.

Die Kinder, die nicht schlafen und um 14.30 Uhr abgeholt werden, gehen um 14.15 Uhr von draußen rein, um sich für das Abholen fertig zu machen. Die Ganztageskinder bleiben noch bis 14.30 Uhr draußen und gehen dann für einen weiteren Montessori Zyklus am Nachmittag in ihre jeweiligen Gruppenräume. Nachmittags sind in jeder Gruppe nur maximal 10 Kinder, so dass in dieser Zeit auch besondere Aktivitäten stattfinden können.

Um 16.30 Uhr werden die Ganztageskinder abgeholt und weiterer aufregender Tag im Barbara House geht zu Ende.